
Die Adipositasbehandlung ruht auf verschiedenen Säulen: Neben der so genannten konservativen Behandlung (Diät, kommerzielle Gewichtsreduktionsprogramme, Medikamente) kommen nicht-operative Behandlungsmethoden sowie verschiedene Operationsverfahren zur Gewichtsreduktion zum Einsatz. Je nach Ausgangsgewicht und individuellen Faktoren empfehlen wir Patienten zum Beispiel nicht-operative Behandlungsmethoden wie den Magenballon, aber auch verschiedene Operationsverfahren, zum Beispiel das Magenband.
Das Einbringen eines Magenballons wird meist ambulant durchgeführt. Die operativen Eingriffe (Magenband, Magenbypass, Schlauchmagen) erfordern einen stationären Aufenthalt.
Sie bekommen einen Termin für das Aufklärungsgespräch mit dem Operateur, bei dem Ihnen auch die Einverständniserklärung zur Operation ausgehändigt wird. Das Narkosevorgespräch mit dem Anästhesisten findet ebenfalls an diesem Termin statt.
Es ist wichtig, dass Sie bei beiden Gesprächen alle Medikamente nennen, die Sie derzeit einnehmen. Sollten Sie aktuelle Laborwerte und ein EKG vorliegen haben, bringen Sie sie bitte mit. Ansonsten können die Untersuchungen im Rahmen der Vorgespräche durchgeführt werden.
Sie dürfen ab 10 Tagen vor der Operation keine gerinnungshemmenden Mittel einnehmen, da ansonsten die Blutungsgefahr erhöht ist. Ab 2 Tagen vor der Operation dürfen Sie kein Metformin (Wirkstoff gegen Diabetes mellitus Typ 2) mehr einnehmen, weil es sonst im Rahmen der Narkose zu einer Übersäuerung des Blutes kommen kann.
Vorsicht: Sie sollten Ihre Medikamente aber auf keinen Fall selbständig absetzen, sondern nur nach Rücksprache mit Ihren Ärzten!
Sie kommen nüchtern in die Klinik - 6 Stunden vor dem Eingriff dürfen Sie nichts gegessen und getrunken haben. Sie melden sich zur stationären Aufnahme an und bekommen Ihr Patientenzimmer.
Nach der Operation bleiben Sie noch 1 bis 2 Stunden im Aufwachraum und werden anschließend auf Ihr Zimmer gebracht. Noch am Operationstag können Sie aufstehen und umhergehen. Am Abend findet eine Chefarztvisite statt.
Am nächsten Morgen findet wieder eine Visite mit dem Chefarzt statt. Falls nötig, werden anschließend noch Untersuchungen durchgeführt.
Wenn bei Ihnen ein Magenballon eingesetzt wurde und es Ihnen gut geht, können Sie bereits kurz nach dem Eingriff nach Hause gehen. Sie dürfen allerdings nicht selbst Autofahren und müssen sich von einer Begleitperson abholen lassen.
Wenn bei Ihnen ein operativer Eingriff (Magenband, Magenbypass, Schlauchmagen) durchgeführt wurde, müssen Sie je nach Behandlungsmethode für 2 bis 7 Tage in der Klinik bleiben.
Nach dem Einsetzen eines Magenballons sind in der Regel keine Schmerzmittel nötig. In den ersten Tagen nach dem Einbringen des Magenballons reagieren manche Patienten mit Übelkeit und Erbrechen auf die Umstellung. Diese Begleiterscheinungen sind normal und in der Regel gut mit Medikamenten zu behandeln.
Bei den operativen Verfahren (Magenband, Magenbypass, Schlauchmagen) benötigen die Patienten meist bis zum zweiten Tag nach der Operation Schmerzmittel.
Bei den operativen Verfahren werden lebenslange Veränderungen des Magen-Darm-Traktes vorgenommen. Das kann im Laufe des Lebens zu mehr oder minder schweren Mangelerscheinungen an Vitaminen und Spurenelementen führen. Die fehlenden Vitamine und Spurenelemente müssen dann ggf. ein Leben lang durch Medikamente ersetzt werden. Das einzige operative Verfahren, das nicht zu Vitaminmangelerscheinungen führt, ist das Magenband.
In der Regel werden die Kosten für das Einsetzen eines Magenballons nicht, für ein operatives Adipositas-Therapieverfahren (Magenband, Magenbypass, Schlauchmagen) nur nach aufwändiger Einzelfall-Entscheidung von der Krankenkasse übernommen und müssen daher oft selbst bezahlt werden.
Dennoch lohnt es sich, bei der Krankenkasse nachzufragen, da manche Krankenkassen im Einzelfall die Kosten übernehmen.